Titel | ||||
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32 | Zichorie | 14.08.13 | ||
Vorschautext: Es war vor langer, allzu langer Zeit, in einem Land, das gar nicht weit. Prinzessin Zichorie war hübsch und klug, küsste ihren neuen Freund Zug um Zug. Sie wollte ihm gerade ihre Unschuld geben, da meldete sich das wahre Leben. Der Herold blies, denn Krieg brach aus, ihr Freund musste ins Feld hinaus. Er käme bald wieder zu der Jahresfrist, zu der dann überall auch Frieden ist. Käm er als Held dann wieder her, ... |
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31 | Die Slips | 13.08.13 | ||
Vorschautext: Meine Freundin sagte neulich: „Deine Buchsen sind ja gräulich, von vorn seh’ n sie verwaschen aus und unten fällt schon alles raus.“ Das darf sie nicht zwei mal sagen, ab morgen wollte ich neue tragen. Also lief ich in der Mittagspause in’ s Bekleidungskaufhaus Krause. Eine junge Frau mit flinken Händen fragte ich, wo sie sich befänden. „Oh“ meinte sie, „auf unserem Gelände ... |
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30 | Die versteckte Stadt | 11.08.13 | ||
Vorschautext: Bis gestern vergingen fünfundzwanzig Jahr, dass ich nicht in Hoyerswerda-Neustadt war. Damals entfernten die Bauarbeiter stolz jedes Stück Grünes und auch jeden Stamm Holz. Kein Blatt sollte einen fremden Blick hindern, wenn die Arbeiter mit der Technik schindern. Damals war diese neue Stadt noch im Bau, und man sah alle Gebäude ganz genau. Jede Lücke war zu jener Zeit bebaut, da hat man nur auf frischen Beton geschaut. Und ein unscheinbares Unkrauthälmchen nur ... |
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29 | Die Masernimpfung | 10.08.13 | ||
Vorschautext: Als ich mich neulich beim Doktor befand, an einer Tafel doch geschrieben stand: „Wir helfen nicht nur betrunkenen Rasern, wir impfen auch alle gegen Masern.“ Wer weiß denn überhaupt in unserer Zeit, über Krankheiten wie Masern bescheid? Fragte ich jemand, ganz frei und frank, hieß es gleich, du bist wohl krank? Also schlang ich um den Hals einen Schal und wühlte ganz hinten im Bücherregal. Und ich fand gleich beim ersten Versuch ... |
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28 | Das Bernsteinzimmer | 08.08.13 | ||
Vorschautext: Wissenschaftler und Sammler, wie immer, suchen noch emsig das Bernsteinzimmer. Am Ende des letzten verlorenen Krieges, schleppte man Beute anstelle des Sieges. Der Staat mit den größeren Möglichkeiten, organisierte heimlich den Transport beizeiten. Während allen im Winter die Hände froren, ging das Zimmer auf dem Transport verloren. Direkt nach dem Ende des Krieges gedachten die Russen nicht nur des Sieges. Bei der zur Suche nach dem wichtigen Uran, ... |
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27 | Auge für Auge | 07.08.13 | ||
Vorschautext: Früher blickten seine Augen, prüfend, ob auch meine taugen, mir direkt in mein Gesicht, kam dabei unheimlich dicht. Besah sich Iris und Pupille mal mit, mal ohne Brille. Damals war das stets ein Mann, wenn ich mich so recht besann. Heute sind es meistens Frauen, die mir in die Augen schauen. Ihre Guckerln seh ich nicht, ... |
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26 | Regen, Regen, Regen | 04.08.13 | ||
Vorschautext: Das Wasser macht die Straße krank, es regnet schon drei Tage lang. Die Pfützen steigen, laufen munter manche Kellertreppe runter. Wasser quillt dort aus den Fugen, selbst Silberfische ängstlich lugen. Es ertönt die Sirene, unterbrochen, das erste Mal seit vielen Wochen. Was des Regengottes Übermut ersann, erfordert nun den ganzen Mann. Schläuche rollen, Pumpen tragen, ... |
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25 | Das Sommerloch ist viel zu klein | 30.07.13 | ||
Vorschautext: Ein Sommerloch scheint sehr gesund, die Zeitung gibt nur Sport noch kund. Nur einem Wasserfreund hat es gelangt, Platzeck war im Sommerloch erkrankt. Keiner konnte diesmal mit ihm ziehen, sie wollten alle in den Urlaub fliehen. Deshalb habe ich mich aufgerafft und ein Sommerloch-Gesetz geschafft. Mancher hat schon sehr unüberlegt im Sommerloch nen Brand gelegt. ... |
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24 | Inges Schuhmode | 27.07.13 | ||
Vorschautext: Hallo Inge, ich sag es ganz offen, auch ich hab dich in der Stadt getroffen. Ich sah die Schuhe, einer rot, einer blau, als Accessoires einer modischen Frau. Das erfordert eigentlich sehr viel Mut und ich fand diesen Modestil gut. Drum lass die andern ruhig zetern, geh lieber weiter in diesen Tretern. 27.07.2013 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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23 | Schuld ist nur das Sommerloch | 24.07.13 | ||
Vorschautext: Die Kanzlerin erst in Urlaub reist, wenn die Journalisten abgespeist. Sonst badet sie in Italien doch, nur in dem trockenen Sommerloch. Eine Frau mit ihrem Eis am Stiel versehentlich auf das Pflaster fiel. Da lästerten die anderen noch: „Das war wie immer das Sommerloch.“ Ein Mädchen musste bald gestehen, in acht Monaten hätt sie Wehen. ... |
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22 | Das Sommerfest | 15.06.13 | ||
Vorschautext: Vierzehn Tage gab es nur Regen, für manchen Fluch, für andre Segen. Doch plötzlich sah die Welt anders aus, denn die Sonne kam endlich heraus. Ehe man es wieder regnen lässt, feierten wir unser Sommerfest. Besitzer eines großen Gartens wollten gestern uns dort erwarten. Bei Rhododendron und Pfingstrosen gäb es Platz für Röcke und Hosen. Also wirft man sich in die Schale, ... |
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21 | Das Hilfsangebot | 01.06.13 | ||
Vorschautext: Hallo Inge,lass dir nur sagen, stelle nicht erst so lange Fragen. Nutzt man noch deine Gedichte aus, bitte sie alle ungefragt hinaus. Sollten sie nun Widerspruch wagen, dann pack sie gewaltsam am Kragen. Setzen sie sich so nicht in Marsch, dann tritt ihnen kräftig in den... Sind aber noch echte Rowdys dabei, dann rufe lieber 112, die Polizei. 01.06.2013 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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20 | Geburtstag vergessen | 19.01.13 | ||
Vorschautext: Vor Wochen hab ich dran gedacht, dass heute dein Geburtstag lacht. Doch fuhr der Schreck mir in die Glieder, denn ich vergaß ihn wie üblich wieder. Als ich heute in die Zeitung geguckt, stand dort schwarz auf weiß gedruckt, dass heute dein Geburtstag ist und du 50. Jahre alt bist. Dabei wollte ich meine Schritte lenken und dir etwas Schönes schenken. Egal, ob Essen, Trinken, Rauchen, ... |
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19 | Mein Geburtstag | 18.01.13 | ||
Vorschautext: Damit es gerecht zugehen mag hatte neulich ich Geburtstag. Zeitig aus dem Bett gesprungen mit Wasser und Rasierklinge gerungen. Eingesprüht mit diesem Diesel, das den Opa treibt wie’ n Wiesel. Angezogen wie am Feiertag, gar nicht so, wie ich es mag. Jetzt war ich zum Kampf bereit, denn sehr schnell verstrich die Zeit. Als erster Gast der Pastor kam ... |
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18 | Geburtstag ist heute | 17.01.13 | ||
Vorschautext: Teens, ich mache große Beute, ich gehe zum Geburtstag heute. Rasieren, Waschen, Duft verteilen und zum Kleiderschranke eilen. Warum heißt das Kleiderschrank? Ich geh nur in Hosen, Gott sei Dank. Nimmt man nun ein Oberhemd, das unter den Achseln klemmt oder tut s ein T-Shirt auch, das bedeckt gerade den Bauch? Zum Hemd muss man Krawatte tragen ... |
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17 | Lügengeschichten | 16.01.13 | ||
Vorschautext: Zum Azubi spricht oft der Geselle: „Hol doch mal die Sauerstoffkelle und im Lager such geschwinde zwei Liter von dem Ölgewinde.“ Und beim Gärtner spricht die Frau: „Hol für’ n Groschen Haumichblau!“ Als die Schneider-Azubis kamen, suchten sie den Stecknadelsamen. Manche bauen im Haus keine Fenster ein ... |
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16 | Vierlinge | 15.01.13 | ||
Vorschautext: Nun sitze ich wieder am Dichtertisch, der Bleistift alt, das Blatt ganz frisch. Noch vor des Abendmondes Schein soll das Gedicht hier fertig sein. Noch schwebt mir kein Gedanke ein, mein Kopf muß völlig alle sein. Ich könnte mich mit Rosenöl einreiben und über den duftenden Frühling schreiben. Doch seit Tagen gibt es Schnee da tut jede Bewegung weh. Zur jetzt modernen Stressvermeidung ... |
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15 | Die Katzenlöcher | 13.01.13 | ||
Vorschautext: Der alte Zaun, der noch Reichsmark gekostet, hatte Löcher und war total verrostet. Einst mit Carbolineum gestrichen, war der Teer samt Rost gewichen. Und der Spanndraht, der erneuert, hat den letzten Draht zerscheuert. Also musst ein neuer her, das ist heut ja nicht mehr schwer. Gekauft Pfähle, Halter, Streben was der Zaun so braucht zum Leben. Den alten Zaun gerollt, verschrottet, ... |
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14 | Der Frosch | 10.01.13 | ||
Vorschautext: Heute einmal ein Traktätchen, für die Bübchen und die Mädchen. Ein Frosch, Egon Olsen genannt, ist uns im Frühjahr zugerannt. Er saß immer zwischen Rasen und Quecken und schien etwas auszuhecken. Jetzt ist ihm der große Coup gelungen. Um beim Rasensprengen nicht nass zu werden, ist er einfach in den Teich gesprungen. 10.01.2013 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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13 | Das Adventslicht | 16.12.12 | ||
Vorschautext: Der Elektriker spricht: „Das ist ganz seltsam mit dem Licht, mal brennt es und mal brennt es nicht.“ Wir meinen zwar die Kerzen, doch da ist es ähnlich mit dem Licht. Die für das Auge sieht man, die für die Herzen nicht. Hoffnung, guter Wille, Liebe sind dafür die nötigen Triebe. 2012 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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