Titel | ||||
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248 | Werra Gedicht | |||
Vorschautext: Es fließt ja die Werra so schön durch die Stadt; Und meidet den Markt wohl zu recht. Und wenn man ein Mädchen zur Seite noch hat, Dann geben sich Münder, ein stilles Gefecht. Es fließt ja die Werra wie Küsse beim geh'n. Mal wilder, mal zärtlich und schön. Dann wird man von Herzen die Luftsprünge sehn; Und Hände, die glücklich am Wegrande weh'n. Es fließt ja die Werra mal breiter und schmal; Und flirtet mit manchen Geäst. ... |
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247 | Lichte Sonne | |||
Vorschautext: Du schöner leichter Sonnenstrahl, du darfst nun wärmer scheinen. Es ist ein jeder Baum noch kahl. Selbst erste Blumen weinen. Nun streng dich an du großes Rund, mit deinen Licht -Geflimmer. Dass man dich spürt, in Herz und Mund; und auch in jedem Zimmer. Ich möchte atmen jeden Duft, der nach Schweiß und Liebe riecht. ... |
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246 | Das Eichhorn | |||
Vorschautext: Ein Eichhorn sitzt im Vogelhaus und lacht nun alle Vögel aus. Die stehen da im Federkleid und zwitschern lustig an die Zeit. Das Eichhorn wirft mit Blumensamen, die als Winterspenden kamen. Da wurde zwitschern kurz mal still, weil braunen Samen man nicht will. Jetzt singt man weiter ungeniert und hat mit Freude tiriliert. ... |
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245 | Herbstatem | |||
Vorschautext: Herbstlaub fällt mir auf die Nase, Kitzelt meinen Körper bunt. Atme mich durch diese Phase, Rascheln hör ich's dort im Grund. Schritte säumen Waldes Pfade. Vogels Lied im Wind erklingt. Käfer krabbelt hoch zur Wade, Flugbereit und leicht beschwingt. Hohes Glück im Office draußen, Atme groß ich unsre Welt. ... |
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244 | Frieden | |||
Vorschautext: / Unser Gast sei Frieden hier Hoch vom All, zu jeden Meer. Soll auch immer bleiben; Und sich weit verbreiten. // Menschlicher Frieden Liegt doch im Lächeln. Wachsen nicht weiter Herz und das Ich, Rostet die Seele ... |
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243 | Scherben schneiden Hoffnungstropfen | |||
Vorschautext: Die Hoffnung wohnt bei vielen Scherben Und schneidet Narben manchmal tief. Verborgen leis die Trän' mir lief; Und fiel dahin, im stillen sterben. Ein Tropfen heiß, der grad entschlief. Statt Altersringe trag ich Kerben. Vom Leben jeden Alltagsmief. Doch kenn ich kaum dein Leibtarif; Und nahm in Kauf, mir mein Verderben. Selbst als die Seel', laut: "Verdammnis!" rief. |
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242 | Frühlingsseelen | |||
Vorschautext: Frühling hat die schönsten Lippen: Fluffig, weich, wie Kuchenteig. Münder aufeinander wippen - Flüstert leise: Zweig um Zweig. Geben Früchte neue Säfte? Fällt ein Engel immer weich? Sammeln, quirlen heiß die Säfte - Frühlings Herz, ist groß und reich. Schöner Frühling: Deine Düfte, Bringt ein jedes Blut zum Lauf. ... |
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241 | Da wird man sich | |||
Vorschautext: Es besagt Philanthrop doch aus Blüssen: Man verbleibe, verschwiegen beim Küssen. Denn es störe den Druck, Zu den Lippen mit Ruck. Da wird man sich trennen wohl müssen. |
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240 | Wenn nicht nur Schnupfen plagt | |||
Vorschautext: Ein Schnupfengeplagter aus Briest, Der hatte ins Essen geniest. Doch sagt er kein Wort, Es drückte ein Ort, Wo Schließmuskel leider nicht schließt. |
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239 | Leinwand | |||
Vorschautext: Der Winter bereitet die Leinwand, Für laufende, springende Gäste. Auch pusten die Winde durchs Land, Bis Jacken und Schuh, er doch durchnässte. Von Schneelast zerbrochen die Äste, Verschwinden mit Pfote und Hand. Und träumen nicht Wolkenpaläste, So gern über Schnee, und den Tellerrand? Der Winter, er schnürt seine Weste, Mit klirrenden Frost und Kristall. ... |
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238 | Wandelbar | |||
Vorschautext: Moonboots trägst du grün und braun, Während Hände warm im Muff. Schau! die andern schauen kaum. Mutabel stehst du vorm Tag, Der dich laufen, springen lässt. Süß an deiner Seele nagt. Nebbich! rufst du auch einmal, Was man untern Teppich kehrt Kommt manchmal wieder vor. ... |
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237 | Kühle Süße | |||
Vorschautext: Lecker bist du mir gewesen, Als du meinen Mund benetzt. Ach, was konnt' ich in dir lesen, Als du dich in mir gesetzt. Kühle Süße ging vorüber. Schmilzt mein Herz doch still und leis. Manchmal geh ich noch mal rüber, Hole mir mein Lieblingseis. |
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236 | Philosophen | |||
Vorschautext: Es denken sehr groß Philosophen, Am liebsten am wärmenden Ofen. Wenn Bankett schon serviert, Ja dann wird schwadroniert, Mit reichen Mätressen und Zofen. |
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235 | Heiße Luft | |||
Vorschautext: Was nützen die Fahrverbote, Wenn Flugzeuge, Panzer, Raketen, Noch weiter die Rauchwolken ausstoßen; Und bringen die Erde zum Beben? Es fahren die Schiffe im Meere Und geben dem Wasser viel Öl. Auch oben im Weltall die Monde, Verglühen im Sonnensystem. Man redet von diesen und jenen, Von mancherlei Sachen nur halb. ... |
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234 | Weg des Herzen | |||
Vorschautext: Man darf mit den Herzen, vergnüglich die Wege beschreiten, Im Himmlischen Dasein, der lachenden, glücklichen Erde. Und kommt auch ein Kreuzweg, dann lass von dem Herzen dich leiten. Doch finde dich selbst, im Ich von dem Ich und dem Werde. Man schaue und richte den Blick zu dem Inneren Kerne; Und dringe hinein, in die Räume vom träumenden Sehen. Die Wege des Herzen, sie bieten dir Steine so gerne. So kannst du im Mark der verheißenden Weisheit bestehen. Es funkeln Gemüter wie Schelme und Trickreiche Geister. Sie gaukeln mit Bildern, die leichteren Wege hervor. ... |
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233 | Spiel der Liebe | |||
Vorschautext: Wenn Wolkenküsse, Herbstverfangen landen, Im Takt des Atems, rauscht der Sinn mit Seele. Und pocht dann Herz vergnügt bis hoch zur Kehle, Weil Leib und Leib, im Takt der Zeit sich fanden. So warme Meeresaugen, fröhlich blicken, In jenes Tief , der ausgesetzten Lüste. Vom Kussgespiel zum Spiel geküsster Brüste. Bis Hochgenuss verharrt, im Glück erquicken. Noch schlingern Finger Wohltatsmunter Am Körper zart entlang; und wandern weiter. ... |
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232 | Für Menschlichkeit und gegen Rassismus | |||
Vorschautext: Ein Kind, dem Schnee noch unbekannt, Verjagt aus Kriegsverseuchten Land. Bestaunt mit großen Augen stur, Die Weißgemalte Schneenatur. Es prickeln Flocken auf der Hand Und hinterlassen eine Spur, Aus kühlen Nass; und fließen nur Geschmolzen hin, zu Fingers Rand. Jetzt fliegt ein Wort doch bös zum Ohr. Schon trägt Gesicht ein Trauerflor; ... |
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231 | Nebelwaldatem | |||
Vorschautext: Es trinkt vom Schilf der Mond sein Wein, In dunkler, weicher Wolkenlaube. Am Rebstock platzt die reife Traube; Und alle Sterne lachen fein. Es hebt am Baum, der Hund sein Bein; Und jemand lüftet seine Haube. Der Herbstwind pustet: Sturmgeschnaube; Und sammelt Blätterreste ein. Im Nebelwald grunzt: Trüffelschwein, Denn liegt im Fressen bloß sein Glaube. ... |
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230 | Vor der Erstarrung | |||
Vorschautext: Ihr restlichen Länder! stellt die Fragen, Beharrt auf Ausweichphrasen nicht. Denn Unterschrift bedeutet Pflicht! Vielleicht mit Unbehagen. Denkt gründlich nach! gebt euch kritisch! Bevor ihr euch im Sand verrennt. Und keiner mehr den andern kennt; Weil manches äußerst glitschig. Was gut ist, das verschweigt man nicht! Denn Unterschrift bedeutet Pflicht! |
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229 | Altersarmut | |||
Vorschautext: Ein Rentner am Abfallbehälter, Der wirkt schon so grau und viel älter. Er sammelt dort Dosen, Mit nässenden Hosen; Und ist nicht gebettet auf Rosen. Wen kümmert die Armut der Alten, Mit wütenden Mündern und Falten? Ein Traum von Pari', Den träumt man ja nie (!?) Man träumt jetzt vom Stopp Strangurie*. ... |
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