Titel | ||||
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62 | Der Kuss | |||
Vorschautext: Ahnst du denn, wie sehr du mich beglückst wenn du deinen Mund auf meinen drückst und Labsal ich von deinen Lippen trinke, so dass voll Inbrunst ich in dir versinke? Dann bade ich in purer Seligkeit. Losgelöst von Schwere, Raum und Zeit bin ich wie betäubt, der Welt entrückt und schließe meine Augen, um verzückt mich ganz der prickelnden Wonne hinzugeben, die mit tiefem, wohligem Erbeben ... |
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61 | Augentrost | |||
Vorschautext: Deiner Augen Glanz und Schimmer berühren mich zutiefst, wann immer in ihrer Nacht ich mich verlier. Dann träume ich, und mir ist schier, als könnt dein Blick in meinem Wesen auch das Verborgenste noch lesen, vertreiben alle Dunkelheit. Meine Seele wird ganz weit und öffnet sich wie eine Blüte, erstrahlt in Herzlichkeit und Güte, ... |
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60 | Strahlender Morgen | |||
Vorschautext: Der Morgentau hat schimmernd die Wiesen befeuchtet. Wohin ich schau, seh’ ich, wie’s glitzert und leuchtet. Vertrieben sind die bleichen Nebel der Nacht. Freudig gesinnt bin vom Schlaf ich erwacht. In hellem Blau der glasklare Himmel lacht ... |
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59 | Abendlied | |||
Vorschautext: Wenn der Tag zur Neige geht, am Horizont die Sonne steht und ihre allerletzten Strahlen flammend rot den Himmel malen, breit’ ich meine Flügel aus, schwing’ mich hoch und weit hinaus in den klaren Abendhimmel, fern von des Tags Lärm und Gewimmel, und atme tief die reine Luft, koste ihren frischen Duft, ... |
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58 | Glück | |||
Vorschautext: Ein Lüftchen streichelt meine Haut, und über grünen Wiesen blaut der Himmel, der - unendlich weit - erinnert an die Ewigkeit Ich weiß nicht, was ich denken soll, mein zages Herz ist übervoll von Dankbarkeit und Lebensfreude und ängstlich, dass es nichts vergeude vom Glück, das jeder auf der Welt, wenn er nur will, in Händen hält. ... |
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57 | Morgengruß | |||
Vorschautext: Die Fieberträume sind verblichen, die Spukgestalten scheu gewichen vorm Glanz der frühen Morgensonne, die im Triumph zu Freud’ und Wonne sich erhebt und ihre Strahlen in den noch blassen, dämmrig fahlen taubekränzten Himmel schießt und über Feld und Wald ergießt. Schlaftrunken öffne ich die Lider, recke meine trägen Glieder ... |
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56 | Labyrinth | |||
Vorschautext: Auf der Wanderschaft durch des Lebens Labyrinth fehlt mir oft die Kraft, und ich irre taub und blind ohne Ziel umher. Für eine Richtung mich zu entscheiden fällt mir furchtbar schwer. Ich suche krampfhaft zu vermeiden, auf einen von den Wegen, die sich verwirrend vor mir verzweigen ... |
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55 | Stern der Nacht | |||
Vorschautext: Stern der Nacht, mit silbrigen Schein strahlst du so hell und licht und rein! Du sollst für immer mein Tröster sein? Ich bin bloß ein armer Wicht, nicht einmal ein kleines Licht In mir spüre ich kein Funkeln. Dort liegt alles nur im Dunkeln. Allenfalls ein trübes Schimmern glimmt ganz tief in meinem Innern. An dir würd’ ich mich gern entzünden, ... |
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54 | Halkyonischer Vormittag | |||
Vorschautext: Die Hennen gackern, der Hahn lauthals kräht. Eine weiße Wolke steht einsam hoch am blauen Himmel und von ferne tönt Gebimmel. Eine Taube friedlich gurrt. In meinem Arm die Katze schnurrt. Über mir die Bäume ragen - und in mir regt sich ein Behagen wie ein weiter, stiller See, spiegelglatt und unbewegt, ... |
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53 | Stolpersteine | |||
Vorschautext: In des Lebens Weite, die ich kühn durchschreite, liegt so mancher Stolperstein. Der will geschickt umgangen sein. Doch manchmal ist er riesengroß. so dass ich unsanft an ihn stoß. Ihn zu überwinden, muss ich den Mut erst finden. Indes, ihn aufzubringen, will mir nicht gelingen. ... |
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52 | Schneetreiben | |||
Vorschautext: Sacht segeln Flocken vom Himmelszelt – weiß und weißer wird die Welt – Erwärmen Herz mir und Gemüt, wo lang kein Funke mehr geglüht. Lautlos liegt die Landschaft da, einsam knirschen meine Schritte in des weißen Taumels Mitte, und das Glück, es ist ganz nah! Stärker wirbeln nun die Flocken, wollen mich zum Tanz verlocken. ... |
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51 | An deiner Seite | |||
Vorschautext: Du liegst an meiner Seite, wenn ich hinübergleite in des Schlafes Arme und mich deine warme Haut wohlig berührt und sachte mich entführt wie ein Hauch so weich in der Träume Reich. Du gehst an meiner Seite, wenn zaghaft ich durchschreite ... |
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50 | Kränkung | |||
Vorschautext: Kränkungen zu ertragen gehört zum Schwersten im Leben. Dem eigenen Stolz zu entsagen, gezwungen sein, zuzugeben, dass das redliche Trachten, danach, dass die andern dich achten, umsonst war und kläglich versagt hat, ist äußerst bitter. Es nagt an dir. Als Stachel steckt im Fleisch es. Aufgedeckt ... |
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49 | Was ist Liebe? | |||
Vorschautext: Ist die Liebe der Zaubergarten, in dem ich träumerisch lustwandle und dabei mit so mancher aparten neckischen kleinen Nymphe anbandle? Oder ist sie das Labyrinth, in dem ich mich oft verliere, forschend, wo die Freuden sind, nach denen ich immerzu giere? Oder ist sie der heimische Herd, an dem ich mich gerne wärme, ... |
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48 | Hauchzart | |||
Vorschautext: Liebste mit den lockenden Lippen, ich küsse dich morgens, ich küsse dich mittags, ich küsse dich nachts. Dein hauchzarter Mund, speichelbefeuchtet, zungenbeleckt, sinnebetörend, Sinnbild der Sanftheit, Wunder der Weichheit, ... |
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47 | Ohne Grund | |||
Vorschautext: Wenn sanft mich deine Blicke streifen, kann ich noch immer nicht begreifen, dass du deine Gunst mir schenkst, mit deiner Liebe mich bedenkst. Ich fühle deiner mich nicht würdig, auf keine Art dir ebenbürtig. Bin körperlich nicht attraktiv, der Rücken krumm, die Nase schief, zudem schwerfällig im Denken, mich geistig kunstvoll zu verrenken ... |
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46 | Begegnung | |||
Vorschautext: Ich weiß noch, dass es regnete, als ich dir begegnete. Dein Haar war strähnig nass und dein Näschen blass. Ich sah dich anfangs nur verschwommen, weil ich die Brille abgenommen, die beschlagen war. Und doch empfand ich klar, dass ein Blitz in mich gefahren und du mit deinen nassen Haaren ... |
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45 | Erwachen | |||
Vorschautext: Während draußen der Morgen graut und es auf den Wiesen taut, horche ich, der ich neben dir liege, versonnen auf deine Atemzüge, betrachte mit Andacht dein Gesicht, das weich sich abhebt im blassen Licht. Es wirkt ergreifend zart und entspannt. Ich zeichne es nach mit meiner Hand. Da blinzelst du und öffnest die Lider. In deinem Blick spiegelt Freude sich wider. ... |
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44 | Nah | |||
Vorschautext: Ich bin dir nah, auch wenn ich fern von dir bin. Überall zieht es mich innerlich zu dir hin. Meine Gedanken lassen dich niemals los, schlagen Brücken zu dir, treiben wie ein Floß im Strudel, den du tief in mir drin erregt, um den Tag und Nacht sich kreisend mein Fühlen bewegt. Mir ist es stets, als ob du neben mir stündest meine Worte auch aus der Ferne verstündest, wenn ich im Geiste sie auf den Weg zu dir schicke, während ich auf dein inneres Abbild blicke, ... |
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43 | Dein Lächeln | |||
Vorschautext: Dein Lächeln trifft mich wie ein Sonnenstrahl im tristen täglichen Gewühle und macht, dass ich mit einem Mal nur noch Freude in mir fühle. Dein Lächeln ist unendlich zart und weich, berührt mich wie ein linder Hauch, macht alles Trübe hell auf einen Streich, und alles Schwere wird zu Schall und Rauch. Dein Lächeln ähnelt einem tiefen See, auf dem sich still und sanft die Wellen kräuseln. ... |
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