Titel | ||||
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116 | Hexenhaus | |||
Vorschautext: Eine Hütte im Wald: verlassen, einsam und öd' - tausend Sommer fuhr sie dran vorüber; aber eines Tages, man mag es kaum fassen, schob sie ihr Fahrrad an einen Baum und drückte die Klinke nieder. Ein Falter flog gegen das blinde Fenster, wollt' gern in den Wald hinaus, sie glaubte, sie sehe Gespenster: eine Hex' saß am Herd und daneben der borstige Waldschrat Stanislaus. ... |
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115 | Die einen, die anderen | |||
Vorschautext: Winter segnet das Land mit eiskalten Tatzen, Bäume und Sträucher haben das Schmatzen eingestellt, Pläne zerplatzen, Eis wartet aufs Kratzen, Schneeflocken fallen, kleine Schmeichelkatzen. Manch einer verschwendet Energie (und wie), einige müssen erfrieren; andere freuen sich aufs Fest, gieren nach Weihnachtsharmonie. |
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114 | Waldspaziergang | |||
Vorschautext: Waldspaziergang Hab Acht, denn es könnte sein, dass unter morschen Zweigen ein gebrochenes Herz im erschütterten Moos verwest. Noch bist du leicht, verspielt, eine Wolkenfeder über den Wipfeln der Bäume, ahnst nicht, dass der stille Nachtwind wahrhaftiger ist als das Sommergeschwätz der Schwalben - ... |
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113 | Am Wakenitzufer | |||
Vorschautext: Am Wakenitzufer Nah beieinander verträumt gut aufgeräumt kuscheln am Kai auf den Wellen der Liebe: „Greif“ und „Wiebe“ fürsorglich vertäut, damit sie nicht twisten und rocken müssen, wenn Herbst dräut, der seine großen Stürme ... |
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112 | Am Wakenitzufer I | |||
Vorschautext: Nicht etwa abgetrieben und neu angedockt: mitnichten! „Greif“ war nicht treu, Liason mit Wiebe: aus und vorbei. Jetzt kuschelt er mit „Hansine“ am Kai passt weder 'ne Mandarine noch das Ei, das ich mir drauf pell, zwischen Backbord und Backbord. ... |
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111 | Im Prater blühn wieder die Bäume ... | |||
Vorschautext: Im Prater blühn wieder die Bäume ... War ‘s Schicksal, Glück oder am End’ doch nur ein Zufall, dass sich der ritterliche „Alpenapollo“ in den Prater verirrte und im Riesenrad das „Wiener Nachtpfauenauge“ traf? Jedenfalls gondelten beide die halbe Nacht: kopfüber, kopfunter, den Wolken ... |
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110 | Nachtstück doloroso | |||
Vorschautext: Nachtstück doloroso Dann waren sie fort, rüber zu Tante Falkenberg, acht Häuser weiter. Morgen früh sind wir wieder daheim, hieß es zum Abschied. ... wenn Gott will, dachte er; das sang sie sonst immer, bevor er einschlief. Er stand auf, tappte ans Fenster, sah hinab ins trübe Laternenlicht: Unten lag die mausgraue Straße: ein ausgestorbener Saurier. Abendwind strich durch die Linde vorm Haus. Er stieß das Fenster auf, sog den Blütenduft ein, jauchzte über die schwankenden Schatten, die auf dem Sims kamen und gingen. So tanzte sie nachts mit ihm von Zimmer zu Zimmer, ... |
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109 | Roter Mohn | |||
Vorschautext: Akrostichon R ot ist die Farbe der Liebe O ft wird aus Liebe Hass T räume platzen E in Mann sieht Rot R atlos stehen wir vor den Trümmern einer Liebe M it dir gehe ich bis ans Ende der Welt O hne dich bin ich verloren H ab Vertrauen zu mir N eben dir stehen, gehen, begraben sein |
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108 | Drei Herbsthaiku | |||
Vorschautext: Leise fällt das Laub Mein Herz begräbt den Sommer der im Nebel starb Die Blätter fallen namenlos wie der Sommer welkt das Gras im Sturm Ihr Kastanien – glatt und rund in meiner Hand: Mahagoniherbst |
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107 | Hamburg | |||
Vorschautext: Hamburg Mit Schiffen mannigfach und unter breiten Brücken fließt größtenteils beruhigt der graue Strom. Viel Regen macht viel Dächer nass und der Verkehr rauscht ohne Unterlass zum Hafen und zum Dom. Das hält kein Schirm aus, keine lackversiegelte Frisur, wenn von der Nordsee her der Blanke Hans das Pflaster kehrt. Die sturmerprobte Möwe nur ... |
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106 | Herbstweg | |||
Vorschautext: Herbstweg Durch den Herbst: Weg, der Sehnsüchte weckt nach kälteren Tagen; nach Lebkuchen, Marzipan, Spekulatiustee, Schnee, Weihnachtsmarktbuden; nach Lichtern auf festlich geschmückten Zweigen ... |
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105 | Meine Muse | |||
Vorschautext: Meine Muse (für Heinrich Böll) Meine Muse ist der barmherzige Traum, darin der Himmel auf Erden gelebt wird. Meine Muse ist das erträgliche Leben nach dem Erwachen aus einem bösen Traum. Meine Muse ist tot: der Dichter aus Portland, der die Nacht herbeiflehte, zu dem die Bäume sprachen; ... |
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104 | Die einen, die anderen | |||
Vorschautext: Die einen, die anderen Winter segnet das Land mit eiskalten Tatzen, Bäume und Sträucher haben das Schmatzen eingestellt, Pläne zerplatzen, Eis wartet aufs Kratzen, Schneeflocken fallen, kleine Schmeichelkatzen. Manch einer verschwendet Energie (und wie), einige müssen erfrieren; andere freuen sich aufs Fest, gieren nach Weihnachtsharmonie. |
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103 | Limerick | |||
Vorschautext: Begegnet das Rebhuhn Twen Rabe, ruft es: Rep, rep! Moin, der Knabe. Denkt das Huhn: Junger Spund, kaum aus dem Nestverbund und schon kess wie 'ne Küchenschabe. |
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102 | Limerick | |||
Vorschautext: Ein Bienenfresser aus Nyda war stolz auf sein buntes Gefieder, er flog ins Café und nippte am Tee vor den Spiegeln am Tisch bei Frieda. |
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101 | Geh aus, mein Herz | |||
Vorschautext: Geh aus, mein Herz Geh aus, mein Herz und suche Freud, und wenn du ihn gefunden hast, dann grüße nett von mir und frage ihn: Professorchen, wie geht 's denn heut'? Und ob er schon ein Mittel wüsst gegen die AfD, Pegidianer, Reichsbürger und anderen Mist ... |
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100 | Wo wohnt der liebe Gott? n. W. Borcherts Kinderlied | |||
Vorschautext: Wo wohnt der liebe Gott ...? Wo wohnt der liebe Gott? Im Baumhaus, im Baumhaus! Was macht er da? Er bringt den Vöglein 's Singen bei und fängt für sie 'ne Blattlaus. Wo wohnt der liebe Gott? Im Storchennest, im Storchennest! Was macht er da? Er bringt den Störchen 's Klappern bei ... |
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99 | Überdrüssig | |||
Vorschautext: Überdrüssig Gewitterwolke, ließ sich nieder am Ende einer Einbahnstraße, wollte nicht länger wolken noch wittern noch flitzen, hatte die Nase gestrichen voll von Donner und Blitzen! |
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98 | Bambi | |||
Vorschautext: Bambi Maikitz mit den weißen Sommersprossen treib es nicht zu arg mit deinen Possen; Mutter liegt ganz nah versteckt im Hain: Das ist gut, dann bist du nicht allein, wenn Adler, Fuchs und Bär und der Lump mit dem Gewehr dich zur Strecke bringen wollen. ... |
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97 | Schicksal | |||
Vorschautext: Schicksal Wand aus türkisblauer Seide Meer das nicht fließen darf. Sie webt Fische Seesterne Wellen hinein setzt sich davor – wartet … auf Ebbe und Flut seine Wiederkehr: Er seit acht Jahren ... |
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