Titel | ||||
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48 | Kneipensegen? | |||
Vorschautext: Am Tresen stehen, saufen, Lästern, ist Stroh für morgem und dann schon gestern. Auch morgen wird es dort so sein; sie reden sich vom Sein zum Schein. |
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47 | Listig! | |||
Vorschautext: Wenn guter Käse langsam rinnt, und schmierig wird und sachte stinkt, wenn würzig Brot ist frisch im Korb und süffig Bier im Kruge lockt, doch verdutzt auf den Teller schaut; dann hat ein Pimpf die Wurst geklaut. |
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46 | Schwingungen | |||
Vorschautext: In einer Kneipe, ziemlich dunkel, da saß ein Weib, ganz schön am schunkeln, gefüllt des Bieres und des Korns, schunkelt sie seitwärts, nicht nach vorn. Denn vor ihr war der naße Tresen; von hinten wär ihr nichts gewesen. |
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45 | Stiller Wind | |||
Vorschautext: Wenn die kalten Nächte toben, wenn heißer Wein da ist, zum loben, wenn warmes Feuer prasselnd knistert, ganz still man hockt auf dem Tornister, mit Ehrfurcht schaut man in die Gluht, und denkt bei sich, ein Wind im Zelt? wie wunderlich. - Und dieser Wind, der lange wehte; es war der kleinste Pimpf, der blähte. |
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44 | Ehrgeitz? | |||
Vorschautext: Die Knappen machten schnelles Laufen und taten um die Wette saufen, und auch beim Essen, viel und fein, wollt jeder gern der Beste sein, auch tranken viele Magenbitter; das sind heut alles arme Ritter. |
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43 | Zart aber schattig | |||
Vorschautext: In einem Stall war eine Magd, die mit 'ner Kuh sich rumgeplagt, Denn diese ließ sich nicht gleich melken; Die Finger waren voller Kälte. Der Bauer sah es voller Schwere, wenn er es nun gewesen wäre? |
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42 | Spießereitelei | |||
Vorschautext: Mit Messer und mit Gabel fein, verleibt sich mancher Speise ein, auch wenn das Essen nichts genutzt; haupsache das Besteck geputzt. |
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41 | Peff! | |||
Vorschautext: Ein Knaller lag im Sonnenschein und wollte angezündet sein, da kam die Gluht an seine Lunte und fraß sich tief in ihn hinein. Doch schwer verdaulich war der Funke; und nach dem Knall sah er es ein. |
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40 | Kompostiert? | |||
Vorschautext: Wenn einer geht und einer läuft, wenn einer trinkt, ein andrer säuft, wenn einer speist, ein andrer frißt; dann ist auch Scheiße oft nur Mist. |
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39 | Vorteil der Freiheit | |||
Vorschautext: Wer Vagabund ist ist kein Kind, er weiß zu Leben wie es stimmt, bei jedem Wetter das es giebt, schützt Nepumuk ihn, der ihn liebt. Er hat nicht das, was ihn verblendet und oft zum Spießer macht am Ende. Für solche ist es oft zu spät, sie haben nur bequem gelebt. Auf andre Kosten sich bereichern und manche geh'n auch über Leichen. Sie kümmern sich nur einen Scheiß, um andrer Leben, wie man weiß. Sie lieben Flüche, Geiz, sich Selbst, die Wahrheit ist beiseit gestellt. Sie lieben Lügen und das Gold, was sie erhalten, ungewollt. Jetzt woll'n sie es und woll'ns nicht missen,sonst fühl'n die Spießer sich beschißen. ... |
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38 | Wegesziel | |||
Vorschautext: Wer schmiedet böse Zänkereien, dem wird der Herr nur schwer verzeien, nur der, der umkehrt sich vom Bösen, den kann der gute Geist erlösen. Denn oft in manchem Ränkespiel, verläuft man sich und hat kein Ziel. |
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37 | Reimekin 37 | |||
Vorschautext: Kannst Du pfurzen wie ein Lump, pupsen wie ein Vagabund, oder blähen, wie ein König; stinken tun nur viele wenig. |
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36 | Uneinsicht | |||
Vorschautext: Wenn Manche nur von früher reden, und Schande andrer gern durchleben, wenn Diese seh'n wie andre waren, trotz daß sie sich geleutert haben, Dann werden Diese schon versteh'n, am Ende werden sie es seh'n, und dann erkennen, das es schlecht, was sie verurteilt und nicht Recht. Und dann heißt es, ach hätt ich lieber, auf das gehört, was Wahrheit ist, umsonst hat man davon geredet; ein Jeder davon ein Teil ist. |
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35 | Selbstgerechtig | |||
Vorschautext: Die Gutes reden, Böses denken, tun ihre Lebenszeit verschenken. Durch mancherlei Gedankenspiel, gehn sie im Kreis und nicht zum Ziel. Der gerade Weg ist schwer doch schaffbar, wer Gute abhält, der wird haftbar. So viele woll'n den Weg nicht geh'n, woll'n lieber Glanz und Sachen seh'n. Bereichern sich mit Gold und Seide und allerfeinster zarter Speise. Bescheidenheit tun sie verachten, dem Armen spotten und verlachen. Sie lieben sich, nur voller Furcht, beschmeicheln sich gern, durch und durch. Und wenn sie auseinander geh'n, dann schimpfen sie auf den und Den. Tut solchen man die Wahrheit kund, den Redner stopft man gleich den Mund. ... |
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34 | Konformes Prestige | |||
Vorschautext: In manchem Zimmer, mancher Wohnung, Giebt es bei Feiern oft Belohnung, doch fragt man manchmal, nur für Wen? Wer möchte denn im Glanze steh'n? und wer darf reden, was er spürt? Ehre nur dem, dem sie gebührt. |
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33 | Falscher Rausch? | |||
Vorschautext: Wenn Vögel auf dem Rücken fliegen, Laternen sich wie Draht verbiegen, die Straße dreht sich schnell im Kreis, die Häuser fall'n, was für ein Scheiß, wenn alle Gullideckel fehlen, man stürzt hinein und muß sich quählen, die Alte zänkisch wie ein Eber; dann war die letzte Dröhnung Kleber. |
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32 | Naß? | |||
Vorschautext: Wenn Flüsse durch die Betten fließen, und Regenschauer sich ergießen, und aller Regen fiehl ins Wasser; der Flus würd davon auch nicht naßer. |
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31 | Ohne Denken | |||
Vorschautext: Wer kopflos rennt und hört und sieht nichts, wer unterwegs und schmeckt und riecht nichts, der kann mit denken sich nicht messen; er hat ja seinen Kopf vergessen. |
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30 | Steigerung | |||
Vorschautext: Ein wenig Bier, ein wenig Wein, und Mancher fängt gleich an zu schrei'n, und kommt dazu dann auch noch Schnaps, dann giebt es oft auch noch Rabatz. |
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29 | Verfault? | |||
Vorschautext: Ein Wirt, er stand nicht hinter'm Tresen, dafür war er zu faul gewesen, er scheuchte lieber seine Knechte und ließ sich bringen, viel Gezeche, und so beim Saufen ohne Tun; wurde er krank und nicht nur Dun. |
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