-Fiktion -
Er war pünktlich, ehrlich, vertrauenswürdig,
hielt seine Versprechen, war verschwiegen,
einfühlsam, hatte für andere ein offenes Ohr,
nahm sich Zeit für sie, spendete Trost.
Er war hilfsbereit, ohne sich aufzudrängen,
sprang ein, wann immer Hilfe nötig war,
übernahm klaglos Mehrarbeit,
die er zuverlässig und motiviert bewältigte,
machte Überstunden, ohne zu murren.
Er gönnte anderen ihren Erfolg,
verhalf ihnen sogar bestmöglich dazu,
ohne jeglichen Anflug von Neid.
Er tat für andere viel, ohne Mühen zu scheuen,
verausgabte sich bis zur Selbstaufopferung,
ohne von ihnen etwas zu verlangen.
Das Gefühl, gebraucht zu werden,
war ihm so wichtig, wie die Luft zum Atmen.
Insgeheim machten sich viele hinter seinem Rücken
über ihn lustig. Sie instrumentalisierten ihn,
nutzen ihn aus nach Strich und Faden,
sahen auf ihn herab, mokierten sich über ihn
„JUST FOR FUN“.
Als er eines Tages dringend Hilfe benötigte,
stand er mutterseelenallein da.
Völlig auf sich selbst zurückgeworfen
musste er schmerzlich erfahren,
dass nicht mal einer ihm zur Seite stand
von all jenen, die er jahrelang unterstützte,
und denen er voller Hingabe zugetan war,
ohne darüber ein Wort zu verlieren.