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Gedichte über Technik - Seite 16


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Poesie der Technik

Und wenn auch alle Leser fluchen,
ich werde es noch mal versuchen.
Es heißt immer Technik und Energie
eignen sich nicht für die Poesie.
Dabei ist es gerade die Elektroenergie,
die Atmosphäre schafft wie nie.

Zuvor die Kumpels durch die Flöze kriechen
und dann wie ein Maulwurf riechen.
Im Kraftwerk sitzen die Heizer still und stumm
Rauchend um das glühende Feuer herum.
Wird der Strom endlich gebraucht,
weil die Sonnenstrahlen ausgehaucht,

packt jeder seine Schaufel dann
und legt einen Berg neuen Brennstoff an.
Die braunen Brocken kommen vom Tagebau,
die auf einem Förderband, sehr schlau,
vom Schaufelrad auf tiefer Sohle
befördert wird als Rohbraunkohle.

Wenn das Feuer richtig brennt,
der Dampf durch dicke Rohre rennt.
Treibt dann die riesige Turbine an,
die den Strom erschaffen kann.
Die sich als großer Dynamo dreht,
damit ein Dreiphasenstrom entsteht.

So, als wär es ein Kind im Manne,
rennt ein Mann mit güldener Kanne
und lässt Tropfen für Tropfen
Schmieröl auf die Lager klopfen.
Während dessen wird im Umspannwerk
der Strom formiert zu Riese und Zwerg.

Der Strom nach dem Einschalten tollt,
in Kilo- und zweihundertdreißig Volt.
Wird beim Ausschalten die Feder gezogen,
entsteht ein herrlicher Lichterbogen.
Lange Leitungen, Maste und Kabel
bilden oft ein neumodisches Babel.

Was dort geschah auf einem Turm
geschieht ähnlich auf Masten beim Sturm.
Das Chaos ist groß, nicht laut,
selbst wenn so mancher Kühlschrank taut.
Dann merkt der alternative Grüne sogar
wie wichtig Strom aus Kohle war.

13.02.2020©Wolf-Rüdiger Gurhmann
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Der Jahrmarktsteller

Unser Nachbar war einst reisender Schausteller,
mit dem rasenden glatten Jahrmarktsteller.
Das war eine Scheibe ganz spiegelglatt,
die keine Rille zum Festkrallen hat.
Die Fahrgäste setzten sich in die Mitte
und unser Nachbar rief: „Festhalten bitte!“
Als er den Schalter ruckweise nach vorne legte,
die Scheibe sich langsam drehend bewegte.

Der Schalter wurde in Stufen gebogen,
die Scheibe ist schneller losgezogen.
Schreie gellten durchs flimmernde Land,
die ersten rutschten über den Rand.
Die letzten Drei, es waren mutige Frauen,
ließen ihre Röcke wehen, da konnte man schauen.
Doch nur kurz war das Vergnügen,
obwohl sie eingehakt, sah man sie zur Seite fliegen.

Manche Burschen hielten länger aus
und flogen wie Raketen raus.
Jahrelang gabs auf dem Rummel dieses Spiel,
dann wurden Unkosten und Vorschriften zu viel.
Der Nachbar gabs auf mit dem hölzernen Teller
und stellte ihn hochkant neben den Keller.
Schwerkrank sagte er: „Bevor ich sterbe,
ich den Teller und alles dir vererbe.

Vielleicht hast du irgendwann den Mut
und das kleine Quentchen Schaustellerblut,
das der Künstler nennt sein eigen,
um es der ganzen Welt zu zeigen.“
Mein Blut gab manch Krankem Halt,
mir fehlte der Mut und ich wurde alt.
Doch im Sommer, in sternklarer Nacht
Habe ich anfangs an die Drehungen gedacht.

Doch warum so schnell geschafft
und warum mit Zentrifugalkraft ??
Langsam geht die Welt zugrunde,
da vergeht noch manche Stunde.
Im Garten stellten wir den Teller auf,
schön horizontal mit langsamen Lauf.
Auf dem hölzernen Tellerrand wurden Liegen montiert,
mit Schlafsäcken, damit keiner friert.

Ist der Himmel nachts am wolkenlosen blauen
wir Interessenten in die Sterne schauen.
Auf dem Rücken liegend und in die Ferne sehend
verfolgen wir das Weltallgeschehen.
Ein Beispiel will ich nennen,
das nur die wenigsten kennen.
Anfang Dezember, ist es geschehen,
man konnte am Himmel angebliche Ufos sehen

Ein Lichtpunkt war am Firmament,
den hätte jeder gleich verpennt.
Doch während wir Cracker verzehrten
Sich hoch oben die Lichter vermehrten.
Es wurde eine lange Lichterkette
und erregte manche UFO Wette.
Ein Anruf bei der ESA hat ergeben,
60 Nachrichtensatelliten bekamen ihr Leben.

08.12.2019 © Wolf-Rüdiger Guthmann
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