Ein ungelegtes Ei (1)
Ein Gedicht von
Roman Herberth
Du machst dir viel zu viel Gedanken.
Und köpfst ein ungelegtes Ei.
Beschneidest Triebe, die nicht ranken.
Und kostest selbst vom Zukunftsbrei.
Was Morgen wird, lässt sich nicht ahnen.
Du ziehst es dennoch in Betracht.
Du überdenkst, und du wirst planen.
Und äußerst deinen Tatverdacht.
Nicht immer ziehst du kluge Schlüsse.
Es mangelt dir an Sachverstand.
Du schließst nur faule Kompromisse.
Und outest dich als Hirn verbrannt.
Gewissheit fehlt, doch du sprichst Bände.
Du nimmst dich deshalb in die Pflicht.
Du kommentierst ein böses Ende,
dass du nichts weißt, das stört dich nicht.
Auf Fehler kannst du dich verlassen.
Verborgen bleibt, was künftig wird.
Du liest im Satz von Kaffeetassen.
Du hast dich schon sehr oft geirrt.
Roman Herberth
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