Seelenkind
Ein Gedicht von
Kerstin Mayer
Ich seh mich selbst wie aus der Ferne,
die Augen müd, das Herz so schwer.
Am Himmel fehlen heut die Sterne,
so traurig war ich lang nicht mehr.
Ich fühl mich einsam und alleine,
kein Mensch ist jemals für mich da.
So viele Tränen, die ich weine,
und niemand ist mir dabei nah.
Nur grau in grau erscheint das Leben,
kein Lachen, das mein Herz erhellt.
Und Hoffnung wird es nie mehr geben,
so kalt und leer ist meine Welt.
Das Glück, das ich mir heimlich stehle,
ist nur geborgt, und nicht für lang.
Der Hunger tief in meiner Seele,
ward längst für mich zu einem Zwang.
Ich hab nun nichts mehr zu verlieren,
kein Feuer brennt mehr in mir drin.
Und selbst der Sommer lässt mich frieren,
mein Leben ist ganz ohne Sinn.
© Kerstin Mayer 2005