Unangenehme Zeitgenossen?
Die hier aufgeführten Charakter sind alle fiktiv
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„Rambo“ -Held
-1-
Er schwadroniert bis man von den Socken ist,
liest Comics, Schundliteratur und andren „Mist“,
verquickt Allmachtsfantasie mit Wirklichkeit,
ist weder belehrbar noch kompromissbereit.
-2-
Blasiert hält er sich für den Nabel der Welt,
demonstriert Überlegenheit als „Rambo-Held“,
kommt ihm ein Widersacher in die Quere
geht er auf ihn los, mit Jagdmesser, Axtschere.
-3-
Er ist ein Macho von eigenen Gnaden,
spinnt Lügengespinste wie Spillen den Faden,
seit er der Treue und Redlichkeit abschwor,
haut er sowohl Männer als Frauen übers Ohr.
-2-
Feigling
-1-
Schweigen hält im Würgegriff seine Kehle.
„Ich hasse dich!“, schreit lautlos seine Wut
und purer Hass zerfrisst seine Seele
solang ihm zur Wahrheit nicht gereicht der Mut.
-2-
Sein Gewissen durchkreuzen Mordgedanken,
erschüttern sein Ich mit ständiger Pein,
bringen Ethik und Moral ins Wanken,
indessen verwandelt sich sein Herz zu Stein.
-3-
Er verdammt sie, weil er ihre Liebe braucht,
die wie Dünger seinen Eigennutz nährt,
zugleich fühlt er sich hierdurch ausgelaugt,
weil sein Egoismus sich gegen ihn kehrt.
-3-
„Gesundheitstropfen“
-1-
Sowohl bei Lust als auch bei Frust
lehnt sie sich an die Weinflasche an
als wär die ein geliebter Mann,
nimmt sich die Flasche gern zur Brust.
-2-
Ständiger Alkoholgenuss
hat ihre Gesundheit konserviert,
damit sie diese nicht verliert,
ist täglicher Weinkonsum ein Muss?
-3-
Ihre eiserne Gesundheit
hat daher keinen Rost angesetzt,
auch blieb ihr Körper unverletzt,
völlig frei von organischem Leid.
-4-
Stunde der Wahrheit
Vergrätzte lange Gesichter,
aus denen, hell wie Blitzlichter,
Augen vor Zorn Funken schlagen,
als könnten sie nicht ertragen
was sich ihnen als Wahrheit zeigt,
die sich dornenartig verzweigt
in den hasserfüllten Herzen,
die gleich erloschenen Kerzen
keine Wärme mehr ausstrahlen
seit sich in sie hineinstahlen
Gefühle von Missgunst und Neid –
letztlich tun sie sich selber Leid.
-5-
Schnaps, das war sein letztes Wort.....
-1-
Mit Hochprozentigem vollgetankt,
war er am Drahtesel angelangt,
auf dessen Sattel er sich hievte,
angestrengt schnaubte, stöhnte, schniefte,
auf dem Radsattel fiel es ihm schwer
gerade zu sitzen, anstatt quer.
-2-
Der Alkohol schwappte in sein Hirn,
ließ Schwärze aufleuchten wie Gestirn,
das sich mit den Straßenlaternen
vereinigte zu Megasternen
und er fühlte sich dem Himmel nah,
weil er nichts andres als Sterne sah.
-3-
Als er jedoch mit seinem Gefährt
den Weg einschlug, welcher war verkehrt,
schepperten des Fahrrads Blecheile,
stoben auseinander wie Pfeile
und kurz danach hatte es gekracht,
er stürzte, es umfing ihn die Nacht
-6-
Verrücktheiten
Sein Umfeld darf niemals verändert werden,
auf Veränderung reagiert er verstört,
denn die feste Ordnung seines Weltbildes,
bricht dann unweigerlich in sich zusammen
und wann immer ihm seine „ver-rückte“ Welt
so nicht länger als akzeptabel erscheint,
zieht er sich schutzsuchend in sich selbst zurück,
verliert dadurch den Kontakt zur Wirklichkeit -
ist er folglich seiner Umwelt weit entrückt,
weil er dort vermeintlich Schutz gefunden hat,
wird er von Mitmenschen für "ver-rückt" erklärt,
die ihm in seine „Welt“ nicht folgen können.